Blut und Blüten – Impressionen einer Lesung auf Madeira

Im Schatten eines Reiherbusches, vor einer blühenden Hibiskus-Hecke

Im Blumenmeer des Hotels Atrio, der schönen Zufluchtsstätte, die Emmanuelle und Michael Loret für ihre Gäste in Estreito da Calheta geschaffen haben, hielt ich eine Lesung unter freiem Himmel.

Die heißen afrikanischen Winde bescherten uns schon seit Tagen auf Madeira Temperaturen über 30°C im Schatten. Die strahlende Sonne ließ die Blüten des Gartens in ihren vielen prächtigen Farben leuchten. Zitronen- und Orangenbäume, afrikanische Proteen, Hibiskus in den unterschiedlichsten Farben und Bougainvillea, die am Haus emporrankte – eine Farbenpracht soweit das Auge reichte.

Damit Zuhörer und Autorin in den zwei Stunden der Lesung nicht unter der gleißenden Sonne schmolzen, wurden große weiße Sonnenschirme aufgespannt. So las ich dann im angenehm kühlen Schatten zwischen Blüten und mit etwas Blut, welches ich durch die Auszüge aus den Krimis beisteuerte.

Das Ambiente und die vielen Zuhörer, die den Weg an diesen abgelegenen Ort gefunden hatten, hätten nicht wunderbarer sein können.

Auf den Gesichtern der Zuhörer spiegelten sich die Emotionen. Wie schön, wenn man die Reaktionen auf seine Texte hautnah erleben kann und das Feedback im anschließenden Gespräch bekommt. Für mich als Autorin immer wieder ein Geschenk.

Diesmal war es etwas ganz Besonderes, weil die Lesung am Ort meiner Bücher stattfand und viele der Zuhörer seit Jahren auf Madeira leben. So fanden sie in meinen Geschichten ihre eigenen Erlebnisse auf der Insel wieder. Der ein oder andere steuerte in unseren Gesprächen in den Lesepausen auch seine eigenen Erfahrungen und Eindrücke auf dem Madeira-Flughafen und beim Zuschauen der Rali do Vinho bei. Die niederländischen, deutschen und französischen Expats bereicherten mit kleinen Anekdoten und Hintergrundgeschichten den Nachmittag für uns alle. Wer weiß schon, wie man feststellt, ob man einen erfahrenen oder unerfahrenen Piloten am Steuer seines Flugzeuges hat, wenn man auf Madeira landet? Wir alle haben das an diesem Nachmittag gelernt …

Zu den Auszügen aus Madeiragrab und Mord auf der Levada gab es noch einen kleinen Ausflug auf den kahlen Fels im Mittelmeer, Malta. Dazu gab es typische madeirensische süße Köstlichkeiten wie pastéis de nata oder bolo de mel und einen wunderbaren selbstgebackenen Schokoladenkuchen von Emmanuelle …

Es hat mir viel Freude gemacht und ich hoffe, dass ich dieses Erlebnis bald wiederholen kann.

Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass Leticia ihren Fernando zu einem romantischen Wochenende im Hotel Atrio verleiten kann. In meiner Fantasie sehe ich die beiden schon hier sitzen. Oder Fernando wird als Comissário ins Hotel gerufen, weil einer der Gäste auf der Levada Nova oberhalb des Hotels eine Leiche gefunden hat.

So viele Möglichkeiten für eine Autorin 😉

Eure Joyce

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