Wanderungen auf Madeira – Tipps Folge 1

Madeira ist eine wunderschöne Insel mit einer Vielzahl von Möglichkeiten für Wanderungen. Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen sich überschätzen oder mit der falschen Ausrüstung auf die Wanderung gehen. Dies kann zu schlimmen Unfällen, manchmal auch mit tödlichem Ausgang führen. In dieser Beitragsserie will ich daher ein paar Tipps geben, was man für eine erfolg- und erlebnisreiche Wanderung beachten sollte.

Was in meinen Krimis als Möglichkeit der Autorin eine Figur das Zeitliche segnen zu lassen dient, passiert im echten Leben leider viel zu oft auf Madeira: tödliche Abstürze bei Wanderungen entlang von Levadas.

Gerade die Levada dos Tornos bei Monte – Einstieg über die Caminho Das Barbosas –  wird von vielen Touristen unterschätzt. Berichte über tödliche Abstürze auf dieser in manchen Wanderführer fälschlicherweise als „leicht“ bezeichnete Levada finden sich jedes Jahr. Über einen ziemlich schlimmen Fall, bei dem ein deutsches Ehepaar ums Leben kam, berichtete die Süddeutsche Zeitung vor ein paar Jahren.

Die Ausrüstung

Ich wunder mich immer, wenn ich Menschen mit Flipflops oder Ballerinas auf solchen Touren treffe. Gut, es ist nicht immer nötig, schwere Wanderschuhe zu tragen. Diese sind vor allem sinnvoll, wenn viel Geröll entlang des Weges liegt und man seine Knöchel schützen möchte. Wer einen sicheren Tritt hat und gut geübt ist, kann, meiner Meinung nach, auch feste Turnschuhe für eine Wanderung nehmen. So haben wir etwa die anspruchsvollere Wanderung zum Pico Ruivo hin und zurück nur mit Turnschuhen bestritten.

Bei Turnschuhen muss man allerdings in Kauf nehmen, dass es eventuell nasse Füße gibt. Denn die ein oder andere Levadawanderung führt durch Tunnel, die dem Wanderer nicht soviel Platz bietet und es die Gefahr gibt, dass man auch mal mit dem Fuß in der Levada landet.

Apropos Tunnel: auch Licht ist ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand auf Madeira. In vielen Hotels kann man sich Taschenlampen leihen. Ich muss gestehen, als ich das letzte Mal auf Madeira war, habe ich die Taschenlampenfunktion meines Smartphones genutzt. Im Nachhinein aber nicht so clever, weil eine Taschenlampe um einiges stabiler ist und auch mal einen Rempler am Fels aushält. Mein Telefon hat die Tunnel am Pico Ruivo zwar gut überstanden, aber das nächste Mal wird es wieder eine Taschenlampe sein.

Was wir auch beobachtet haben ist, wie viele Touristen heutzutage mit Walking Sticks auf dem Pico Ruivo unterwegs sind. Dazu habe ich ein etwas gespaltenes Verhältnis. Es mag sein, dass es für den ein oder anderen gerade den Abstieg vereinfacht und damit die Knie entlastet. Ich sehe aber die Gefahr, dass man keine Hand frei hat, wenn man sich doch mal schnell bei einem rutschigen Untergrund festhalten oder abstützen muss. Ein Stick wird mich kaum festhalten, wenn neben mir der Hang steil in die Tiefe geht. Daher würde ich solche Sticks, wenn ich sie denn nutze, eher auf mehr ebenerdigen Levadas tatsächlich wie einen Walking Stick benutzen.

Ich bevorzuge es, auch immer eine leichte Regenjacke mit im Gepäck zu haben. Selbst wenn unten in Canico strahlender Sonnenschein herrscht, kann es oben am Berg regnen.

Auch sollte immer genügend Trinkwasser dabei sein. Oft gibt es keine Möglichkeit, seine Trinkwasservorräte während einer Levadatour aufzufüllen. Daher gilt: lieber auf ein bisschen Essen verzichten als zuwenig Flüssigkeit dabei haben.

Ich hoffe, dieser Beitrag hilft dem ein oder anderen, seine Ausrüstung für eine Levadawanderung zu optimieren.

In der nächsten Woche erzähle ich ein bisschen über das Verhalten und Wetter bei Wanderungen.

Wir sehen uns auf Madeira,

Eure Joyce

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