Was macht für mich den idealen Krimi aus?

Also, wie sieht für mich der ideale Krimi aus, der mich fesselt und bis zum Ende nicht loslässt?

Über diese ganzen Fragen, die ich euch im Rahmen der Blogparade “Was macht für euch einen guten Krimi aus?” stelle, habe ich mir schon Gedanken gemacht, bevor ich selber angefangen hatte, Krimis zu schreiben. Denn ich wollte Krimis schreiben, die ich selbst auch lesen würde und hinter denen ich so auch voll stehen kann.
Dazu muss ich sagen, dass mein Geschmack, was Krimis betrifft, sich in den letzten Jahren durchaus verändert hat.

Lieber Cosy oder Hard Core?

Schon in den 90er Jahren habe ich Krimis verschlungen. Da waren es aber hauptsächlich düstere skandinavische Krimis. Also Bücher von Ake Edwardson oder Henning Mankell. Später kamen auch mal lustigere Krimis hinzu. Ein Klassiker, den vielleicht der ein oder andere noch kennt, war “Die dünne Frau”. Später dann fand ich härtere Krimis, etwa von Karin Slaughter, sehr gut. Heute sind sie mir fast zu brutal. Jetzt lese ich am liebsten Krimis, die etwas mehr in die Richtung “Cosy Krimi” gehen. Das heißt nicht, dass es nicht viele Tote geben muss, aber der Tod muss aus meiner Sicht nicht in seiner ganzen Brutalität beschrieben werden.
Ein Klassiker hierzu im Fernsehen ist für mich “Inspektor Barnaby” (Midsomer Murders). Hier wimmelt es im beschaulichen England von Toten. Kein echter Barnaby, wenn es nicht mindestens 4 Tote gibt…

Welche Rolle spielt der Ort des Geschehens?

Krimis, an deren Schauplätzen ich schon mal war, finde ich sehr spannend. Man hat die Gegend vor Augen und kann sich das Ganze noch viel besser vorstellen. Deswegen liebe ich es auch, wenn ich in den Urlaub fahre und einen Krimi finde, der dort spielt. Das ist dann quasi noch eine Art Reiseführer. Daher mag ich es auch, wenn der Autor sich die Mühe gibt, die Orte und die Umgebung genau zu beschreiben. Ich kann mich so besser in den Krimi einfühlen.

Realen Bezug finde ich spannend

Wenn ein Krimi reale Hintergründe hat, regt mich das immer zu weiteren Recherchen an. Das Buch beschäftigt mich viel länger. Hier gefallen mir zum Beispiel die Bücher von Craig Russell rund um Hauptkommissar Fabel mit ihren geschichtlichen Hintergründen sehr gut. Für mich als Autorin sind diese realen Bezüge oft auch der Einstieg in das Schreiben des Buches. Das kann ein Flugzeugabsturz sein oder auch die Verteidigung Maltas gegen die Türken. Wichtig finde ich, wenn ein Autor reale Bezüge in seinem Krimi hat, dass er diese auch sauber recherchiert. Dann macht es noch viel mehr Spaß für mich als Leser und ich lerne sogar noch etwas.

Wie sollen die Charaktere sein?

Bei den Charakteren bin ich mittlerweile auch eigen. Warum muss der Kommissar eigentlich so oft ein Alkoholiker sein? Wieso kann er nicht, außer den kleinen Fehlern und Problemen, die wir alle habe, einfach nur normal sein? Ich möchte mich schon mit den Protagonisten wohl fühlen. Das gelingt mir mit den weiblichen Heldinnen von Elly Griffith und Sujata Massey immer wieder. Sie müssen keine Identifikationsfiguren sein, aber wenn sie mir von Grund auf unsympathisch sind, mag ich das Buch oft nicht weiterlesen.

Ich bin ein Mitrater

Und jetzt zu meinem größten Problem mit Krimis: ich hasse es, wenn es am Ende einen “Mörder aus dem Hut gibt”. Eine völlige Randfigur, die der Leser oder Zuschauer kaum wahrnehmen konnte. Über die er kaum etwas erfährt und so auch nie die Chance hatte, sie als Mörder zu identifzieren. Dann ärgere ich mich am Ende immer.

Jetzt kennt ihr meine Meinung zu Krimis und könnt vielleicht besser verstehen, warum meine Krimis rund um Pauline und Ben so sind wie sie sind ;-).

Eure Joyce

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