Stürmische Zeiten auf Madeira – Comissário Avila ermittelt wieder

Jetzt hat das Warten ein Ende. Avila und die Seinen ermitteln auf dem stürmischen Madeira …

Stürmische Zeiten auf Madeira. Die Inselbewohner rüsten sich, um dem Unwetter zu trotzen. Da wird im Hafen von Funchal ein toter Tourist gefunden. Hat der junge Mann wirklich nur die Macht des tobenden Atlantiks unterschätzt?

Comissário Avila muss auf Druck seines Chefs den Fall schnell ad acta legen. Ein Wochenende mit den Frauen der beiden und Avilas Schwiegervater im abgelegenen Südwesten der Insel steht an. Aber die Romantik kippt schnell, als Avila im Hotelpool die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Abgeschnitten von den Kollegen in Funchal und ohne Kontakt zur Außenwelt versuchen Avila und sein Chef den Mörder zu finden. Derweil versuchen Subcomissário Vasconcellos und Aspirante Baroso ihrem Chef zur Hilfe zu kommen. Werden sie es rechtzeitig schaffen? Oder wird es weitere Tote geben?.

Das nächste spannende Abenteuer von Avila und seinen getreuen Gefährten Vasconcellos und Baroso steht an. 
Und Leticia wäre nicht Leticia, wenn sie nicht wieder mitmischen würde. Diesmal hat sie außerdem ihren Vater an der Seite und die beiden machen Avila das Leben schwer.

Ein Wettlauf mit der Zeit und den Mächten der Natur beginnt. Der Mörder hat längst das nächste Opfer ins Visier genommen … Und das betrifft Avila ganz persönlich …

Ein kleiner Auszug gefällig?

Lest hier den Prolog von »Madeirasturm«

Leise tauchte das schwarze Paddel in das graue Blau des Atlantiks. Francisco konzentrierte sich auf seine Armhaltung. Das weiß-grüne Rennkajak schoss links an den zwei großen Passagierschiffen vorbei, die am neuen Kreuzfahrtterminal festgemacht hatten. An Bord rührte sich nichts. Irgendwo bellte ein Hund. Eine kleine Unachtsamkeit und sofort neigte sich das kippelige Boot gefährlich zur Seite. Francisco riss die Hüfte herum und schlug mit dem Paddel aufs Wasser.

Uff, gerade noch einmal gut gegangen. Das Meer ist heute unruhiger als gestern.

Das passierte ihm sonst nie. Es musste an dem gestrigen Abend liegen. Heute Morgen beim Aufwachen hatte er schon bemerkt: Er hatte mit seinem Freund Ernesto eindeutig zu viel Coral getrunken. In seinem Kopf hallten bei jeder Bewegung dumpfe Schläge wider. Dennoch wollte er sich nicht seine morgendliche Trainingsrunde im Hafenbecken von Funchal verderben lassen und war hinunter an den Hafen zum Centro treino mar, einem der örtlichen Kajakklubs, gefahren. Erneut widmete er sich seinen Armen. Er musste das Paddel höher führen und an der Hüfte wieder aus dem Wasser nehmen. Das Kajak schoss über die Wellen, als er die Schlagzahl erhöhte. Rechts neben ihm tauchte eines der grau-weißen Marineschiffe auf. Francisco hielt auf die Kathedrale Sé zu. Der gemauerte Turm mit seinem spitzen silbernen Dach diente ihm als Landmarke für den Kurs. Er machte eine leichte Linkskurve, um näher an die Marina mit ihrer berühmten Mauer zu gelangen. Dort hatten Segler aus aller Welt über Jahrzehnte ihre bunten Botschaften auf dem Stein hinterlassen. Er liebte es, nach dem Training noch einen kleinen Abstecher dorthin zu machen, um zu sehen, ob er wieder etwas Neues entdeckte.

Jetzt war er ziemlich nah am Ufer und musste aufpassen, dass ihn die Wellen nicht auf die Wellenbrecher schoben, die, wie die ausgefallenen Zähne eines Riesen, scheinbar ohne Planung vor der Mauer am Ufer verteilt lagen. Oben auf dem mit einem eleganten grünen Metallzaun gesäumten runden Platz, der am Ende des Piers gebaut worden war, sammelten sich die ersten morgendlichen Angler. Einer winkte ihm zu.

»Bom Dia, Advogado! So früh schon unterwegs? Passen Sie bloß auf, ein Sturm zieht auf. Wir werden uns in den nächsten Tagen auf etwas gefasst machen müssen«, rief der Mann.

Francisco fuhr näher heran, um zu erkennen, wer ihn grüßte. Da passierte es. Etwas stieß gegen sein Steuerblatt. Das Kajak drehte sich seitwärts zur Welle, eine weitere Welle erwischte ihn auf der Längsseite. Sofort neigte sich das Boot um beinahe 90 Grad. Er versuchte noch, mit dem Paddel zu stützen. Die nächste Welle besiegelte sein Schicksal. Mit einem lauten Platsch landete er im Atlantik. Sofort griff er nach dem Kajak, damit es kein trauriges Ende auf den Wellenbrechern fand. Vom Pier konnte er die Angler hören, die ihm zuriefen, ob er Hilfe benötige.

»Obrigado, nein danke! Als Kajakfahrer darf ich keine Angst davor haben, nass zu werden! Ist doch Wassersport«, rief er hinüber.

Wenn er nachher in die Kanzlei kam, würden ihn sicher seine Mitarbeiter schon feixend empfangen. Das war der Nachteil an Madeira. Es war einfach zu klein. Jeder kannte jeden und sein Kentern heute Morgen würde sich bei Bica und Galao schnell verbreiten. Er legte sich auf den Rücken. Das Paddel hielt er in der rechten, den Bug des Bootes in der linken Hand. Sein Körper schob sich beim Schwimmen unter das Boot. Etwas Großes, Weiches strich an seinen Beinen längs. Sein Herz setzte einen Schlag aus. Ein Hai? So nah am Ufer? Normalerweise verirrten sie sich nicht in den Hafen. Mit der immer größeren Anzahl von Kreuzfahrtschiffen waren die grauen Jäger seit einigen Jahren im Hafen von Funchal nicht mehr anzutreffen. Dann wohl eher ein neugieriger Delfin, der sich seinen Bootsunfall aus der Nähe ansehen wollte. Hatte der Tümmler ihn vielleicht aus Übermut angestoßen und er war deswegen gekentert? Das wäre das erste Mal, dass ihm das passierte. Er drehte sich zur Wasseroberfläche, um zu sehen, wer da mit ihm auf Tuchfühlung ging.

Das war kein Delfin. Sein Kajak war nicht mit einem neugierigen Meeresbewohner kollidiert. Ein Mann schaute ihn jetzt aus trüben grauen Augen an. Die Haut schimmerte weißlich durch das von den ersten Sonnenstrahlen hellblau erleuchtete Wasser. Francisco ließ das Kajak los und schwamm mit zwei schnellen Zügen näher heran, um genauer sehen zu können. Das rechte Bein des Mannes stand unterhalb des Knies in einem fast Neunzig-Grad-Winkel ab. An den Armen konnte Francisco mehrere große Wunden ausmachen, soweit er es im Wasser sehen konnte. Dort, wo einmal der linke Fuß gewesen war, war nur noch ein zerfranster Stumpf. Der Mann musste mehrfach gegen die Brecher geschleudert worden sein. Wahrscheinlich hatte sich dabei der Fuß verhakt und war abgerissen. Aber das spielte keine Rolle mehr….

Neugierig geworden?

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