Interview mit Henri Apell vom Selfpublisherpodcast

Letzte Woche hatte ich das große Vergnügen mich mit Henri Apell aus Heidelberg im Rahmen seines Selfpublisherpodcast über meine Krimis, Rezepte, Kaffee und Pauline zu unterhalten.

Worum ging es noch im Interview?

Dabei kamen natürlich auch die Schauplätze der Bücher, Madeira und Malta und vieles mehr zur Sprache. Wie etwa die Wirkung von Ponchas, Spaziergänge in Funchal und die Vor- und Nachteile des Selfpublishing. Oder mein Erlebnis mit den beiden Schwestern in der Bar Rodrigues in Canico.

Hintergründe und Ausblick auf den dritten Krimi

Und vielleicht konnte mir Henri ja neben Hintergründen zu “Malteser Morde” und “Mord auf der Levada” auch entlocken, wohin es Pauline in ihrem nächsten Abenteuer verschlagen wird…

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Mein Kulinarischer Urlaub

Mein Kulinarischer Urlaub

Schon vor einiger Zeit habe ich über die Küche auf Madeira geschrieben und was uns daran so fasziniert. Und dass das Essen auch für Pauline, der Heldin meiner Krimis, eine große Rolle spielt, wird der ein oder andere Leser schon bemerkt haben.
Das ist definitiv eine Eigenschaft, die sie von mir hat. Und die Neugier, Neues auf ihren Reisen auszuprobieren.
Inspiriert von dem Aufruf zur Blogparade Mein kulinarischer Urlaub von Yummytravel.de möchte ich heute das Thema noch vertiefen.
Anfangen möchte ich mit einer Spezialität, die wir auf unserer Reise nach Südafrika
kennengelernt haben:

Biltong

2009 - Sebastian von Kracht, Wiedergabe gemäß Creative-Commons-Lizenz
2009 – Sebastian von Kracht, Wiedergabe gemäß Creative-Commons-Lizenz

Biltong, klingt schon ziemlich exotisch, ist superlecker und ist leider so gut wie gar nicht in Deutschland zu bekommen.

Und was ist es? Luftgetrocknetes Rindfleisch oder Wildfleisch. Bei Wild reden wir natürlich dann von Kudus, Springbock, Strauss…
Geschmacklich variert es sehr stark durch das verwendete Fleisch und es ist aus meiner Sicht auch nur ganz bedingt mit dem hier teilweise erhältlichen Beef Jerky aus Amerika zu vergleichen.
Mittlerweile weiß ich, dass die besondere Gewürzmischung aus braunem Zucker, Salpeter, Koriander und Pfeffer besteht und diesen einzigartigen Geschmack noch unterstützt. Zugegeben, wie man auf dem Foto sieht, sieht es vielleicht für den ein oder anderen nicht so richtig appetitlich aus, aber der Geschmack… Von der Konsistenz kann es
teilweise sehr hart sein, vor allem Kudu, so dass man recht lange etwas von so einem Stück hat.
In Südafrika kann man das Biltong in speziellen Shops, aber auch im Supermarkt oder beim Metzger kaufen.
Also, mutig sein und probieren.

Lapas

Madeira-Lapas

Über die Spezialitäten auf Madeira habe ich mich ja bereits in meinem Blogbeitrag Küche auf Madeira ausgelassen und auch in meinem Krimi Mord auf der Levada geniesst Pauline reichlich davon.
Ich erinnere mich noch, als wir zum ersten Mal Lapas gegessen haben. Ganz mutig haben wir uns in einem netten kleinen Restaurant in der Rua Maria in Funchal eine Pfanne bestellt.
Noch brutzelnd und aromatisch nach Knoblauch und Olivenöl riechend wurde diese auf den Tisch zwischen uns gestellt.
Als wir dann jeder beherzt in die uns zugewandten Fuss der Napfmuschel picksten und die Schnecke aus der Schale lösten, schaute uns tatsächlich eine kleine Schnecke mit Fühlern an. Das war ein Moment, wo ich kurzzeitig überlegt, das Essen doch lieber sein zu lassen. Aber die Neugier siegte.
Und ich wurde mit einem Geschmack belohnt, der entfernt etwas an Tintenfisch erinnert, auch das Mundgefühl ist ähnlich. Aber es gibt noch leichte Beinoten von Meerwasser (aber zum Glück nicht so wie bei den von mir ehrlicherweise so gar nicht geschätzten Austern).
Dazu noch betreufelt mit frischer Zitrone, wir finden es einfach köstlich. Und seitdem gehört Lapas zu jedem Madeiraaufenthalt dazu, gerne auch mehrfach.

Maltesische Mezze

Malta Mezze

Wie der ein oder andere von Euch weiß, stürzt sich Pauline gerade auf Malta in ihr nächstes Abenteuer. Und kulinarisch wird es in den Malteser Morden auch wieder zugehen, soviel ist jetzt schon sicher.
Was uns an der Küche auf Malta vor allem gefiel, ist die Nähe zur arabischen Küche. Man merkt hier den Einfluss doch sehr stark.
Eines meiner Lieblingsgerichte ist daher auch die Maltesische Mezze. Gemischte Vorspeisen, die aber meistens nicht, wie in der arabischen Küche, in kleinen Schälchen präsentiert werden, sondern in einer großen Schale.

Und was findet man auf so einem Teller: eingelegten Oktopus, Bohnenmuss aus Saubohnen, maltesischen Ziegenkäse, Tomaten und vieles mehr.
Dazu wird eigentlich immer das köstliche Hobz biz-zejt gereicht, ein helles Sauerteigbrot. Gibt es immer frisch, oft noch ofenwarm.
So kann für mich fast jedes Abendessen auf Malta beginnen.

Imqarrun il-forn

Ein Nudelauflauf nach maltesischem Rezept. Um es noch ein bisschen
arabischer von der Geschmacksrichtung zu machen, habe ich ein paar typische
Gewürze aus der arabischen Küche ergänzt und nehme Lammhack anstatt einer
Mischung aus Schwein / Rind.

Imqarrun il-forn

Zutaten:
500 gr Maccheroni
etwas Olivenöl

500 gr Lammhack
2 Dosen geschälte Tomaten
2 Teelöffel Tomatenpüree
1/2 Glas Rotwein
2 große Zwiebeln, klein geschnitten
3 Knoblauchzehen, klein geschnitten
3 Lorbeerblätter
Salz
Pfeffer
Piment
Kreuzkümmel

200 gr geriebener Käse (Emmentaler o. Parmesan)

Zuerst die Maccheroni al dente kochen und nach dem Kochen mit etwas (Vorsicht,
nicht zu viel) Olivenöl vermengen, so dass sie nicht zusammen kleben.

In einem Topf die fein geschnittenen Zwiebeln, den Knoblauch und das Hack
anbraten. Dann den Wein, die geschälten Tomaten, das Tomatenmark und die Lorbeerblätter
hinzufügen und kurz aufkochen lassen. Die Temperatur herunter regeln
und für etwa 30 min auf kleiner Flamme einkochen lassen. Dabei mit Salz,
Pfeffer, Piment und Kreuzkümmel abschmecken.

Dann eine Form mit etwas Olivenöl einreiben (auch hier wieder so wenig
wie möglich nehmen) und die Sauce mit den Maccheroni abwechselnd schichten.
Zum Schluss eine Maccheronischicht.
Dann den geriebenen Käse auf den Maccheroni verteilen und im vorgeheizten
Backofen auf der mittleren Schiene für ca. 45 min bei 180 Grad überbacken.

Dazu passt ein eher schwerer Rotwein, wie etwa ein spanischer Ribera del Duero.

Küche auf Madeira

Auch der Küche auf Madeira muss ich noch einen Beitrag widmen. Die ein oder andere Köstlichkeit hatte ich in „Mord auf der Levada“ schon erwähnt, aber natürlich musste ich es während meines Aufenthaltes auch wieder ausprobieren und auch das ein oder andere neue entdecken.
Was bei unserem ersten Madeira Aufenthalt noch eher eine Art „Mutprobe“ war, ist mittlerweile ein Gericht, was wir wirklich lieben:

Lapas

Lapaz, eine Napfschneckenart. Sie werden meistens in den gusseisernen Pfannen serviert, in denen sie in Olivenöl mit Knoblauch gebraten werden. Die Einheimischen schlürfen sie wie Austern, wurde uns in der kleinen Bar in Garajau erzählt, wir hatten uns dann aber doch mit kleinen Gäbelchen geholfen. Wenn man in den Saugfuß der Napfschnecke sticht und dann die Gabel in Richtung Mund führt, schaut man einer kleinen Schnecke mit Fühlerchen ins Gesicht. Der Geschmack erinnert ein bisschen an Tintenfischringe, auch von der Konsistenz.

Tremocos
Wir hatten Glück und konnten bei einer einheimischen Bäuerin am Straßenrand frisch eingelegte Tremocos, Lupinenkerne, kaufen. Auch hier ist wieder, wie bei den Lapaz, reichlich Öl und Knoblauch im Spiel. Eine leckere Knabberei abends zum Wein oder Bier. Aber wir haben an der Portion tatsächlich auch mehrere Tage gegessen, man knabbert es nicht so weg wie zum Beispiel Erdnüsse.
Später entdeckten wir noch, dass sich die letzten Tremocos auch gut als Beilage im Salat machten.

Poncha auf Madeira

Poncha

Warum der Poncha auf Madeira Poncha heißt, ist nicht so richtig klar. Viele sagen, dass der Ursprung des Namens im Wort Poncho liegt. Ein Poncha wärmt genauso gut von Innen wie ein Poncho von Aussen.

Hier ein einfaches Rezept für alle, die diese Variante eines Caipirinhas einmal ausprobieren wollen:

  • 10 ml Zitronensaft erwärmen.
  • Einen Teelöffel Honig darin auflösen.
  • Das ganze mit 20 ml Aguardente auffüllen.

Serviert wird das ganze in kleinen Punschglas ohne Henkel. Es funktioniert aber auch mit Martinigläsern, die man, wenn man möchte, noch mit einem Zuckerrand versehen kann. Das ist dann natürlich nicht mehr ganz die Variante, die die Fischer auf Madeira abends in der Bar nach einem Tag auf See trinken.

Falls kein Aguardente zur Hand ist, kann man auch Rum verwenden. Aber hier sollte man, ähnlich wie bei einem Caipirinha, nicht an den Zutaten sparen und einen guten Rum kaufen.