Schreiballtag für Südafrika Krimi Teil 1– über Gangs und Wassernöte

Der Schreiballtag für Südafrika ist ganz anders

Während ich mich in »Madeiragrab« mit Rallys, Gemälden und Golf beschäftigt habe, sind die Themen für meinen neuen Südafrikakrimi ganz anders.

Quelle: Pixabay

Ernste Themen machen den Schreiballtag düsterer

Liegt es an der derzeitigen politischen Lage und der sich fast täglich verschärfenden Wasserknappheit in Südafrika? Auf jeden Fall ist dieser Krimi düsterer als seine Vorgänger. Dazu passt es auch, dass er in den grauen Wintermonaten von Hamburg entstanden ist, auch wenn er Hitze und Trockenheit zum Thema hat.

Alltag der Streetgangs in den Townships

Von Südafrika schreiben heißt, sich mit der Problematik in den Townships auseinanderzusetzen. Viele Touristen, die jährlich ans Kap der Guten Hoffnung reisen, sehen die schönen Seiten von Kapstadt mit seiner Waterfront. Sie streifen durch die Winelands und schauen sich die putzigen Pinguine in Simon`s Town an. Alles Dinge, die ich auch getan und genossen habe.

Aber in einem Krimi ist nicht alles rosarot

 

und so habe ich mich mit den Gangstrukturen in den Townships rund um Kapstadt auseinandergesetzt. Ich wusste bereits, dass Gangs sehr militärisch organisiert sein können. Durch meine Recherche habe ich aber erst begriffen, welche unterschiedlichen Arten von Gang Typologien es am Western Cape gibt.

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Für meinen Krimi habe ich etwas künstlerische Freiheit walten lassen und auch »Street Gangs« in Khayelitsha vorkommen lassen, weil ich diese Art der Gang Formation mit der sehr hohen Hierarchie besonders interessant fand. Es gibt die sogenannten »Soldiers«. Diese sind, wie der Name schon sagt, die Soldaten, die die Befehle der Bosse ausführen. Den eigentlichen Boss, den »Leader«, kennen dabei die wenigsten von ihnen. Er operiert im Hintergrund und hat seine »Shot Caller«, die für die eigentliche Organisation zuständig sind.

Quelle: Flickr / Derek Tam under Creative Commons License

Wer den folgenden Artikel über die Gangmitglieder am Western Cape liest, wird verstehen, warum mein Captain Pieter Strauss so vorsichtig ist, wenn er in den Townships ermitteln muss.
Numbers Gangs, Americans, Hard Livings und Co. – kriminelle Banden kontrollieren ganze Gegenden

Die große Dürre

Auch das zweite Thema, welches mich in meinem Krimi beschäftigt, ist ebenfalls nicht erfreulich. Als ich vor zwei Jahren die Idee für dieses Buch hatte, hätte ich nicht erwartet, dass aus der Fiktion so schnell Realität wird. Es geht in meinem Krimi um Trockenheit und wie die Verzweiflung darüber die Menschen verändert. Jetzt, Anfang 2018, wird dies traurige Wahrheit.

Die Wasserspeicher sind leer

Der Wasserspeicher für Kapstadt in Theewaterskloof Dam in der Nähe von Villiersdorp ist fast ausgetrocknet, da der große Regen in den letzten drei Jahren ausgeblieben ist.
Kapstadt erlebt die größte Dürre seit dem Jahr 1904.
Es gab die letzten Tage kleine Hoffnungsschimmer, Gewitter und Regen, die aber nicht die Lage an sich ändern. Das Wasser wird knapp und die Regierung hat an ausländische Firmen Wasserschürfrechte vergeben, die dem Land hunderttausende von Litern täglich rauben. Die Townships sind die ersten, die es trifft, hier wird schon jetzt oft für mehrere Tage das Wasser abgestellt.

In Soweto führte dies bereits zu Unruhen, nachdem mehrere Babys an den Folgen der E.coli Verunreinigung des Stagnationswassers, dass sich gebildet hatte, gestorben waren.

Quelle: Flickr / Anouk Pilon under Creative Commons License
Day Zero ist nah

Der Tag, an dem das Wasser rationiert werden muss, ist nicht fern. Ende Januar war noch vom 12. April als »Day Zero« die Rede. Durch die leichten Gewitter und Regen wird jetzt der 21. Mai als Stichtag berechnet (UPDATE vom 21.02.18: neuer Stichtag: 7. Juli).
Dann wird das Militär an den Wasserstellen jedem Bewohner und Haushalt das Wasser zuteilen müssen. Mehr als 25 Liter pro Kopf und Tag wird es dann nicht geben.

Quelle: Flickr / Antti Lipponen under Creative Commons License

Die dafür notwendigen zweihundert Verteilungsstellen wurden bereits eingerichtet. Man mag sich nicht vorstellen, was für Menschenschlangen sich bei einer Stadt von 3,5 Millionen Einwohner an ihnen bilden werden. Eine furchtbare Entwicklung. Kapstadt ist kurz davor die größte Stadt der Welt zu werden, der das Wasser ausgeht.

Wer mehr dazu lesen möchte, findet hier eine Auswahl von interessanten Artikeln zu der Thematik:
Die Welt ohne Wasser – 3 Jahre Dürre in Kapstadt! Am 12. April ist „Day Zero“ – neun Tage früher als erwartet!

Kapstadt warnt Einwohner vor „Stunde null“ in Jahrhundert-Dürre

In den nächsten Wochen melde ich mich mit einem weiteren Bericht aus meinem Schreiballtag, dann über einen von Südafrika Nationalsports. Ich verrate mal soviel: Der Sport, den Captain Pieter Strauss und seine Freunde mit Begeisterung in ihrer Freizeit spielen, ist nicht Fußball …

Bilder von Flickr unter Creative Commons License

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